14.05.2016 Tag 2

La Virgen del Camino – Villar de Mazarife, 13,8 km, 9.30 Uhr – 14.30 Uhr

Nach einem echt spanischen Frühstück (Milchkaffee und 2 Plätzchen) noch schnell einen Abstecher in den örtlichen Laden, um die Proviantreserven auf zu füllen.
Um halb zehn waren wir auf dem Weg. Als wir von der Hauptstraße weg waren wurde es erst mal matschig, ein untrügliches Zeichen, dass es in den letzten Tagen geregnet hatte und in dem Lehmboden nichts versickert. Ist aber kein Problem, wenn man bei Globetrotter gut beraten wurde und deshalb wasserdichte Wanderstiefel hat.

In Oncina de la Valdoncina überraschte uns ein Stand mit Getränken, Obst und allerlei Kram. Das Ganze nicht im Verkauf sondern auf Spendenbasis; wenn das mal nicht mit der Steuer zusammenhängt?!?

Nach einem Cafe con Leche ging es dann weiter und gegen halb drei waren wir am Ziel, der Herberge San Antonio de Padua. Zum Glück hatten wir reserviert, denn der Zulauf war doch ziemlich groß.
Im Nachbarzimmer waren zwei Pilgerinnen aus dem Allgäu, Vorarlberg oder der Schweiz untergebracht, jedenfalls mit unüberhörbar alemannischem Spracheinschlag. Da das Haus sehr hellhörig war und eine der beiden die ganze Welt von ihren Erlebnissen unterrichten musste darüber hinaus auch noch nicht erkannt zu haben schien, dass die Übertragung beim Telefon durch Lautstärke auch nicht besser ist, wurden wir so bis zum Abendessen durchgehend beschallt, wussten dann auch was die beiden so erlebt hatten und wie sie bei der Buchung von Unterkünften vorgingen.
Hoffentlich schnarchen die beiden nicht!!!
Nach dem gemeinsamen Abendessen, einem ausnehmend wohlschmeckendem vegetarischen 4-Gänge-Menü, planten wir unseren nächsten Tag da kam doch aus dem Nebenzimmer der Satz:
„Hallo, wir verstehen jedes Wort das Sie sagen!“. Na das war ja mal eine Überraschung.
Die Nacht war dann aber ganz ruhig.

15.05.2016 Tag 3

Villar de Mazarife – Hospital de Orbigo,  15,5 km, 8.55 Uhr bis 14.10 Uhr

Eine ereignislose Etappe geprägt von klimatisch bedingter üppiger Vegetation und den vielen Fröschen in den Gräben neben den Wegen, die sich nur selten und bei absoluter Reglosigkeit des Beobachters beim Quaken zuschauen ließen.
Im Hostal La Encina stellten wir wieder einmal fest, dass die spanische Architektur für den Hochsommer ausgelegt ist. Da mag sie schön kühl halten. Um diese Jahreszeit ist es trotz Sonne in den Räumlichkeiten eher unangenehm kalt.
Vor der Messe gab es eine Prozession durch die Stadt zu. Ehren des Hl. Isidro dem Schutzheiligen der Haustiere und Feldfrüchte.
Das Pilgermenü in der Herberge war exzellent und der dazu servierte Rotwein, obwohl gekühlt serviert, sehr gut.

13.05.2016 Tag 1

imageGladbeck-Düsseldorf Flughafen, 42 km, 5.35 Uhr/6.05Uhr
Düsseldorf Flughafen – Madrid Barajas, 2000? km, 8.00 Uhr/10.30 Uhr
Madrid Barajas – Leon Bahnhof (Avis),  385km, 11.05 Uhr/16.15 Uhr

Soweit der technische Teil, das hat auch alles soweit gut geklappt. Einige Einzelheiten kommen gleich noch.

Morgens beim Boarding ging es schon mal gut los; im Bus durften wir erst mal eine knappe halbe Stunde warten weil der Bus offensichtlich auf den letzten Passagier warten musste und der (ein junger Spanier) war ganz schön knapp -um nicht zu sagen deutlich zu spät- dran. Abflug war dann auch ungefähr 20 Minuten verspätet, die Landung allerdings nur noch 5 Minuten.
In Madrid haben wir dann gesehen, dass wir den Bus nach Leon doch noch erreicht hätten und wir den Leihwagen gar nicht gebraucht hätten. So war es aber doch nicht so nervenaufreibend, da wir keinen Bus erreichen mussten und die Fahrt war sicher auch angenehmer als im Bus auch wenn es nur ein Peugeot 108 war.
Am Gepäck Band trafen wir dann den in Düsseldorf zu spät gekommenen jungen Mann wieder, der an unseren Rucksäcken erkannte, was wir vor haben, danach erzählte, dass er den Weg auch schon gemacht hat und uns zum Abschied ein fröhliches „Buen Camino“ zu rief.
Es sind immer wieder diese kleinen zwischenmenschlichen Erlebnisse, die viel vom Erlebnis Jakobsweg darstellen.
Nachdem wir das Auto in Leon bei Avis abgegeben hatten ging es dann zur Kathedrale, wo wir ja die letzte Etappe beendet hatten. Also holten wir uns da brav unseren Startstempel. Den Besuch der Kathedrale haben wir uns, wie bereits vor zwei Jahren gespart, weil wir für den Besuch einer katholischen Kirche keinen Eintritt bezahlen. Also noch vor Beginn des Weges in die Basilika San Isidoro, die offensichtlich ein lukrativer Standplatz für Bettler ist. Einer saß  vor dem Portal, einer kam uns aus der Basilika entgegen. Kaum waren wir in der Basilika, brach im Eingang des Eingangs lautes Gepolter los. Dort prügelten sich die beiden Almosenjäger ziemlich heftig um den Standplatz.
Nach kurzer Besinnung in der Kathedrale ging es dann endlich los.
Die 8 Kilometer nach La Virgen waren kein touristisches Highlight aber auch schnell bewältigt. Im Hotel eingecheckt und schnell über die Straße zum ersten „Menu Peregrino“, ein einfaches 3-Gänge-Menü mit Brot und Wein.
Der Start war somit gelungen.

Und es geht doch los!!

Nach doch nicht unerheblichen Bedenken, dass es eventuell aus gesundheitlichen Gründen nicht klappen könnte, steht jetzt die Ampel wieder auf Grün.

Jedenfalls hat der Physio versprochen, dass er mich noch rechtzeitig hinkriegt.

Somit haben wir jetzt in 14 Tagen schon die erste Halbetappe hinter uns.

Heute haben wir uns noch mal die Planung der ersten Etappen von Leon bis Astorga vorgenommen, haben dann aber beschlossen, das mal ganz ruhig auf uns zukommen zu lassen und dann vor Ort zu entscheiden.

 

 

 

 

 

 

10. Mai 2009 – Start ins Abenteuer

Und dann ging es tatsächlich los. Unsäglich früh sollten wir in Düsseldorf starten. IMG_0002Das erste Foto vom Flughafen trägt einen time-stamp von 3 Uhr 47 und außerdem war es da schon so voll, dass ich Sorge hatte wir würden nicht rechtzeitig in die Maschine kommen. Na ja, am Ende sind die nicht ohne uns geflogen.

Flugziel war Oviedo, wo wir einen Leihwagen gebucht hatten, um an usneren Startort Ponferrada zu kommen. Der Flug war ganz ok. Irgendwann über den Pyrenäen schimmerte es weiß von unten. Schnee?? Tasächlich und das wurde auch nach den Pyrenäen in Richtung Oviedo nicht viel besser. Und ich war der Meinung, im Mai braucht man in Spanien keine Handschuhe. Sollte sich noch als Irrtum heraus stellen.
IMG_0014In Oviedo klappte die Übernahme des Fahrzeugs gut und bald waren wir auf dem Weg durch Berge und Schnee. Kurz vor dem Ziel sahen wir dann aber auch die ersten Störche und vor allem kilometerweit den Jakobsweg neben der Straße und immer wieder Grüppchen von Pilgern. Besonders anregend wirkte das direkt neben der Straße nicht.

IMG_0030Endlich am Ziel oder besser Ausgangspunkt.
Ponferrada erreicht, im Hotel eingecheckt und den Mietwagen abgegeben, was nicht ganz leicht war, da die Rückgabestelle nicht besetzt war. Also einfach Schlüssel in den Postkasten und gut war es.
Im Anschluss an einen Spaziergang über die alte Templerburg und durch den Stadtkern und einer Kleinigkeit zu essen ging es zurück ins Hotel.

 

Bald geht es wieder los!

Nur noch 2 Monate dann sind wir mal wieder weg.
Hin- und Rückflüge sind gebucht, der Mietwagen von Madrid nach Leon ebenfalls.
Dort wollen wir uns an der Kathedrale den Stempel holen und danach die letzten Stunden des Tages für die erste kurze Etappe zum Eingewöhnen nutzen.
Bis nach La Virgen del Camino schaffen wir es hoffentlich in den geplanten 2 bis 2,5 Stunden.
Dort haben wir für die erste Nacht auch schon ein Zimmer reserviert.

Wie geht das?

Die Entscheidung, das zu versuchen war ja noch einfach. Wie aber geht man so was an?
Zum Glück gibt es ja das Internet. Bei x Recherchen zum Thema Jakobsweg tauchten immer wieder links zu den Jakobsbrüdern Paderborn auf (http://www.jakobusfreunde-paderborn.eu/), die sich in der Folge für unsere weiteren Planungen und Pilgerreisen als sehr nützlich heraus stellten, sei es mit Packlisten, Unterkunftsverzeichnissen und sonstigen Ratschlägen. Wir sind da inzwischen auch Mitglieder, da es uns nur logisch erschien, diesen gemeinnützigen Verein zu unterstützen.

Der Abgleich der dort empfohlenen Packlisten mit unseren eigenen Beständen zeigte uns, dass wir doch noch einiges benötigten.

Ein Besuch bei Globetrotter in Köln war höchst interessant und außerdem wurden wir rund um unser Vorhaben exzellent beraten (Rucksack, Wanderschuhe, Poncho etc.).

Wie das alles so begann?

Meine Frau meint, sie hätte es zuerst gelesen. Ich meine ja ich wäre es gewesen.
Was? Natürlich das Buch von Hape Kerkeling. Egal wer es zuerst gelesen hat, es hat jedenfalls bei beiden von uns Neugier geweckt.
Wollen wir das mal probieren? Camino Francés? Insgesamt 800 km?
Zweifel über Zweifel!
Wir einigten uns dann irgendwann auf die letzten 200 km, ein bisschen mehr als das Minimum (100km) zur „Compostela“ für Fußpilger.
Startpunkt sollte Ponferrada sein, Zielpunkt Santiago.

Das Ganze ist allerdings schon eine Weile her. Genau genommen war das irgendwann in 2007. Leider zerschlug sich das Unternehmen erst mal. 2008 ging es jedenfalls nicht.
Dafür fassten wir 2009 fest ins Auge.