Tag 3, Porto – Perafita, 17,8 km

Endlich geht es richtig los! Keine Touri-Veranstaltung mehr, sondern Wandern Richtung Santiago. Bei strahlendem Sonnenschein einmal zum Startpunkt Kathedrale, die im Sonnenschein auch freundlicher aussieht.

Vor der Kathedrale treffen wir noch ein Pärchen aus Kanada, die ursprünglich aus Rumänien ausgewandert sind und 2 Pilger aus Karlsruhe.
Der Kanadier fragt nach meinem Plan, ich sage Santiago, er sagt lachend „gut aber nicht besonders originell“.
Danach geht es dann auf den Weg, runter zum Fluss, durch die Ribeira (siehe gestern) und immer dem Wasser folgend zwischen dem Ufer des Douro und den Gleisen der antiken Straßenbahn Richtung Atlantik.

Die Atlantikwelle kommt schon von weitem sichtbar über die Mauer an der Douromündung. Nach wie vor wolkenloser Himmel. Bis Matosinhos geht es immer mal an einer Promenade oder aber über im Sand errichtete Holzpfade entlang dem Atlantik. Überall rauschen die Atlantikwellen auf den Strand oder gegen Felsen und geben eine wunderbare Ger4äuschkulisse.
In Matesinhos selbst konnten wir lernen, dass hiesige Möwen nicht mehr im Meer fischen sondern sich an der Fischfabrik um Abfälle zanken.
Die Zugbrücke über den Fluss Leca zwang uns zum Glück nicht zu einer unfreiwilligen Pause. Nach der Brücke wieder raus Richtung Meer. Auf dem Weg dahin noch die Pausenverpflegung gekauft.

Das gibt es dann für preiswerte 2,10 €.

Weiter über Holzbohlen immer entlang des Atlantik. Wegen des Wochenendes war es ziemlich belebt und laut. Alle wollten den herrlich sonnigen Tag am Strand verbringen.

Tag 2, In Porto

Nach einer wie bereits erwähnt nicht besonders erholsamen Nacht starten wir um 9.00 Uhr mit einem kleinen Frühstück; Brötchen, Marmelade und ein Croissant.
Danach geht es auf einen ausgedehnten Stadtrundgang nach einer Empfehlung aus dem Internet; das hat den Vorteil, dass man nicht planlos durch die Stadt läuft und trotzdem nur die Hälfte sieht. Los geht es an der berühmten Buchhandlung Lelli. Schnell ein Blick durech die Tür auf das interessante Treppenhaus, da uns 4 € Eintritt pro Nase doch zu teuer erscheint. Danach erkunden wir den Markt „Mercado do Bolháo“.

Weiter zum Café Majestic aus dem Jahr 1921, das einen ähnlichen Flair ausstrahlt wie ein typisches Wiener Kaffeehaus. Die Einkaufsmeile runter in Richtung Ponte de D. Luis I. In dieser Straße waren exakt die Häusern renoviert und schön, in denen ausländische Unternehmen ihre Ware anboten: Adidas, Swarowski etc.; bei Benetton allerdings auch nur das Erdgeschoss.
Dann ging es über die bereits genannte Brücke auf die andere Seite des Douro, wo sich alle Portweinproduzenten angesiedelt hatten. Die Brücke selbst ist eine imposante Stahlkonstruktion und führt in 2 Etagen über den Fluß, hoch oben für die Bahn und für Fußgänger, knapp über dem Wasser für Autos und Fußgänger.

Einmal die Portweinmeile rauf und runter und schnell ein sonniges Plätzchen im nächsten Lokal ergattert. Die lokale Spezialität „Francesinha“ (Toast mit Schinken, Steak und Chorizo dazwischen, mit Käse überbacken und in einer gut gewürzten Sauce) musste ich zumindest mal probieren, werde es aber auch kein zweites Mal bestellen. Interessant die alten Kähne, mit denen früher die Portweinfässer transportiert wurden.

Über das Erdgeschoss der Brücke zurück in die Ribeira, das Viertel an der Promenade mit einem Lokal, einer Bar neben der/dem anderen und reichlich Souvenirangeboten.
Dann sehr zu meiner Freude wieder steil hinauf zur letzten Station der Kirche „Igreja e Torre dos Clérigos“ mit dem höchsten Turm Portos (225 Stufen) und einer tollen Aussicht über die Stadt (360 Grad).

Ehe wir da hoch konnten mussten wir aber den Ausmarsch einer Hochzeitsgesellschaft abwarten. Auch der Bräutigam ganz in weiß und mit extraordinärem, goldenem Schuhwerk. Sehenswert aber leider ohne Foto.
Nach den 225 Stufen ging es dann zurück ins Gästehaus. Beim Abendessen probierte ich ein Gläschen Port – wird auch nicht mein Favorit.

Und wer jetzt glaubt, dass diese Nacht ruhiger wurde als die vorherige, hat sich schwer getäuscht. Das Durchhaltevermögen dieses wild gewordenen Bassisten sowie der partywütigen Jugend von Porto war noch deutlich ausgeprägter als am Donnerstag und reichte bis halb Sieben morgens.
Danach kam dann allerdings die auch nicht wesentlich leisere Straßenreinigung nachdem vorher alle Kneipiers ihr während der Nacht fabriziertes Leergut in Containern entsorgt hatten.

Tag 1, Gladbeck – Porto, 04.05.17

Endlich geht es los. Die Rucksäcke waren schon flugfertig verpackt. Im blauen Müllsack und üppig mit Packband umwickelt.

Die Fahrt zum Flughafen etwas zäh wegen der an diesem Tag beginnenden Interpack in Düsseldorf, aber wir hatten ja ausreichend Reserve eingebaut. Bei der Gepäckaufgabe wurden wir dann an den Schalter für „bulky luggage“ verwiesen. Da wurde dann mein Rucksack durchleuchtet und festgestellt, dass mein Laptop da drin war; ich hatte irgendwo gehört, dass man Laptops nicht mehr im Handgepäck mitnehmen darf. Jedenfalls hiess es dann erst mal: Laptop auspacken und anmachen. „Das ist ja wohl nicht Euer Ernst“. War es aber. Die schöne Verpackung. Mein Rucksack musste dann erst mal halb verpackt auf die Reise gehen. Danach noch reichlich Zeit bis zum  Boarding.

Ein überaus entspannter Flug mit Eurowings. Ausreichend Beinfreiheit und drei Sitze für mich, da die Maschine nur gut zur Hälfte gebucht war. Pünktlicher Touch Down in Porto und wir haben eine Stunde geschenkt bekommen. Mit dem Bus ins Zentrum über 20 km für 1,90; ganz schön preiswert.

Einchecken und Zimmer beziehen, das ist ganz schön klein aber halt auch preiswert und zentrumsnah und vor allem sauber.

Auf einem ersten Stadtbummel haben wir dann schon einen guten Teil der Sehenswürdigkeiten abgearbeitet (Bilder siehe unten).
Insgesamt ist die Stadt aber kein touristisches Highlight, laut, unruhig und bei genauerem Hinsehen doch ziemlich herunter gekommen.
Darüber hinaus -das ist aber mehr ein persönliches Problem- gibt es in dieser Stadt kaum Wege/Straßen, die eben verlaufen. Es geht entweder runter oder rauf und beides stellenweise ziemlich steil.
Einkaufen ist hier schwierig in Ermangelung von Geschäften; jedenfalls haben wir so recht nichts gefunden.
Die abendliche Lektüre ließ uns lernen, wo wir hingehen mussten.

Die Nacht war lang aber auch sehr, sehr laut und das bis in die Morgenstunden hinein (5.30 Uhr). Bässe wummerten durch das Haus und erschütterten es in seinen Grundfesten. Keine Ahnung wo das her kam. Gefühlt aus dem Keller des Hauses. Zwischendurch ergoss sich auch das Auditorium auf die Straße und lärmte dort in unveränderter Lautstärke weiter. An Schlafen bei offenem Fenster war jedenfalls nicht zu denken. Dass wir hier in der Partyzone der Stadt gelandet waren erfuhren wir erst am nächsten Morgen beim Frühstück und diese Tatsache lässt auch für die 2. Nacht nichts Gutes ahnen.