Tag 22, Santa Irene – Vilamaior

14,88 km, 8.25 Uhr bis 13.45 Uhr

Die Nacht war für Herberge gut. Unterschiedliche Tonlagen beim Schnarch“en und relativ viele erkältet und daher immer wieder hustende „Mitbewohner“ konnten meinen Schlaf nicht übermäßig stören. Als bis auf 2 Holländerinnen alle aus den Betten sind stehen wir auch auf und können dann bei Licht unsere Klamotten packen. Zum Frühstück gibt es neben den üblichen Tostadas auch den lokalen Käse mit Quittenmarmelade. Ich probiere den Käse vorsichtig und verstehe jetzt die Quittenmarmelade. Der Käse selbst hat nämlich keinen Geschmack.
Kurz vor halb Neun gehen wir als Letzte aus der Herberge. Es ist wunderschön zu laufen, nicht zu voll und angenehme Temperaturen.
Es geht durch Waldstücke stellenweise auch die Straße entlang. Wie immer sind auch Steigungen drin, die mir aber heute keine Probleme bereiten, wenn man mal von einem ganz kurzen Stück nach einer Landstrassenunterführung absieht, das noch ziemlich steil nach oben geht, obwohl ich erwarte, bereits am höchsten Punkt zu sein.
Es geht dann auch schon auf Mittag zu als wir am Anfang von Lavacolla eine Bar finden mit einer erträglichen Zahl an Gästen und uns beiden gleichzeitig bewusst wird, dass wir Hunger haben. Also schnell ein Plätzchen im Schatten gesichert und dann in die Bar um zu bestellen. Als ich den Tresen sehe weiß ich, hier war ich schon mal. Im Lauf des Tages überlege ich warum mir das grade beim Tresen einfällt.
Danach geht es durch Lavacolla an der Kirche vorbei; den Brunnen, an dem sich die Pilger früher gewaschen haben, um sauber nach Santiago zu kommen, haben wir leider nicht mehr gefunden. Na dann müssen wir das “ ungereinigt“ erledigen. Nach Vilamaior geht es noch mal kräftig bergauf und warm ist s um die Mittagszeit auch.
Endlich sind wir an der Casa de Amancio angekommen.
Nach einer ausgiebigen Dusche, ein bisschen Wäsche und einem kleinen Imbiss mit den in Lavacolla aufgefüllten Vorräten und zwar in dem gleichen Laden wie 2009, setzen wir uns in den Garten in die Sonne und lassen es uns gut gehen. Bis zum Abendessen verirren sich tatsächlich noch 4 Gäste hier hin, so dass wir zusammen mit der bereits vor uns angekommenen Pilgerin mit 7 Leuten im Comedor (Speisesaal) waren. Bei der Auslastung ist es kein Wunder, dass die Casa seit 2009 leichte Verfallsspuren zeigt.
Das Menü ist aber lecker und im Preis auch der Kaffee enthalten.

Tag 21, Arzua – Santa Irene

ca. 17 km, 08.05 Uhr bis12.45 Uhr

Da es erst um halb Acht Frühstück gibt kommen wir auch nicht ganz so früh los, wie wir es bei geplanten 17 Kilometern geplant hatten, um der größten Mittagshitze zu entgehen. Das Frühstücksbuffet war ok, nur meine Tostadas sond ziemlich dunkel geraten, dafür aber auch schön knusprig. Ohne Jacke ist es dann vor allen Dingen an den Armen frisch. Das legt sich nach einer halben Stunde in der Sonne.
Der erste Stop wird bei.          eingelegt, wo wir uns einen Kaffee gönnen. Die Dame des Hauses ist allerdings mit Wäsche beschäftigt, sodass sich keine Gelegenheit zum Gespräch ergibt. Wir lesen aber noch über die geplante Alpakkazucht und den Ökobauernhof, den sie plant.
Die Pause hat zur Folge,dass es jetzt wieder richtig voll ist und ich muss feststellen, dass meine Toleranzschwelle jenseits der zehn Jakobsweggeher (-pilger) gegen Null tendiert.
Der Weg ist abgesehen von den vielen Leuten sehr schön. Es geht abwechselnd an Viehweiden und Eukalyptusbäumen vorbei. Die Viehweiden sind hier üblicherweise mit Elektrozäunen eingefriedet. An einem dieser Zäune sehe ich ein gelbes Warnschild mit dem ersten Wort „Schrikdraad“. Meine Tendenz geht zu niederländisch und ich frage mich inwieweit die spanischen Rindviecher der holländischen Sprache mächtig sind?
Ziemlich früh ( ca. Ein Uhr) sind wir in Santa Irene an der Herberge und kriegen unser Stockbett zugewiesen.
Nach den üblichen Ritualen Auspacken, Duschen und Waschen verbringen wir den Grossteil des Nachmittags im Garten der Herberge auf der Suche nach Schatten. Und im Gespräch mit zwei Personen aus dem Pfälzerwald, bis die beiden mal für dich sein wollen und die nächste Bar gehen.
Das gemeinsame Abendessen ist hervorragend und wir haben bei uns am Tisch die beiden Pfälzerinnen, zwei Holländerinnen, sowie eine junge englische Lehrerin und einen älteren Kiwi.
Als ich die eine Holländerin Frage, ob Schrikdraad das heißt, was ich vermute, sie dies bejaht und ich weiter Frage ob die Kühe das verstehen, fragt sie trocken zurück ob es denn schwarz-weiße (sprich holländische) Kühe wären. Nicht völlig humorlos die Frau!
Als wir in den Schlafsaal kommen sind bereits alle Lichter aus. Zum Zubettgehen ist das nicht so schlimm aber wie geht das morgens beim Zusammenpacken???

Tag 20, Melide – Arzua, 01.06.2016

14,9  km,

Heute gibt es mal vor dem Laufen Frühstück. Das ist ja eigentlich nicht unser normales Vorgehen. Wir bringen aber den Rucksack für den Transport in die Bar und der Duft der Tostadas steigt uns in die Nase, sodass wir spontan frühstücken. Vor dem Frühstück unterhalten wir uns noch mit zwei deutschen Frauen, von denen eine nicht mehr richtig rund läuft, die sich trotzdem ein bisschen schämt, ihren Rucksack transportieren zu lassen. Aus Erfahrung gibt meine Frau den Rat, den Rucksack ohne jeden Gewissensbisse transportieren zu lassen und dafür auch an zu kommen. Nach kurzer Fachsimpelei über die unterschiedlichen Unternehmen und Preise ziehen die beiden dann los.
Entsprechend spät kommen wir dann auch los.
Nach ein paar Metern Straße geht es über kleine Wege und Sträßchen durch Wald und Feld. Teilweise auch über Steinblöcke, um nicht durch Wasser laufen zu müssen. Richtig romantisch an manchen Stellen.
Die erste Zeit ist es auch richtig ruhig sodass ich mich frage, wo all die Tourigrinos geblieben sind. Zu früh gefreut denn kurz darauf holen sie uns wieder ein. Leichtfüßig, da ohne unnützen Ballast (kleiner Sack zur Aufnahme einer Flasche Wasser und eventuell eines regenschutzes) laufen sie an uns vorbei und wir sind froh, wenn hinter uns mal eine Lücke entsteht.
Wenn Ruhe ist, ist das Laufen herrlich. Bewundernswert auch die amerikanische Familie, mit den zwei Kindern (geschätzt 8 und 11). Das wäre ja für uns nichts gewesen.
Auf dem Weg nach Arzua müssen wir noch einige Male steil bergab und bergauf, ehe wir die Straße entlang die Stadt durchqueren. Durchqueren weil unser Hotel wieder etwas außerhalb und auch etwas abseits des Camino liegt. Es ist auch eine Spur teurer als die letzten Unterkünfte, aber es ist auch deutlich geräumiger, insbesondere die Sanitärecke. man kann sich  da richtig bewegen. Einziges kleines Manko eventuell der Vorhang an der Wanne.
Nach der täglichen Rekreationsphase geht es dann auf die Terrasse zu einem, wo ich gerade diesen Blog vervollständige (Teile zumindest).
Halb Acht gibt es Essen im Restaurant, um acht Uhr trudelt dann auch ein Trupp von16 jungen (geschätzt 18) Amis zum Essen ein. Das geht unerwartet sehr zivilisiert zu. Das Menü ist in diesem Haus dann etwas teurer, dafür aber auch nicht so lecker wie wir es schon hatten.

Tag 19, Palas de Rei – Melide, 31.05.2016

15,1 km, 8.25 Ihr bis 14.10 Uhr

Wieder mal ohne Frühstück los. Hätte es zwar gegeben aber wir wollten wir ja nach knapp 4 Kilometern in San Xulian frühstücken, das war aber nichts, weil die Bar zwar Frühstück anbietet aber an diesem Morgen geschlossen hat. Also inzwischen etwas hungrig weiter. Zum Glück gibt es inzwischen in der Casa Domingo einen Kilometer weiter Frühstück und wir erwischen auch gerade eine ruhigere Phase. Kaffee, Tostadas und frisch gepresster O-Saft machen uns wieder fit.
Rita unterhält sich mit dem Herbergsvater und anschliessend wir beide mit diesen Frau. Die zeigt uns das Elternhaus ihres Mannes, eine kleine Mühle am nahen Bach und erzählt uns, dass sie dort auch Zimmer anbieten und seit 2009 auch die Herberge weiter ausgebaut haben. Sie betont aber auch, dass es nachmittags ruhiger, während man am Morgen eher den Eindruck gewinnt, auf einer Kirmes zu sein.
Danach geht es weiter Richtung Melide, teilweise durch schöne Wälder auf herzlichen Wegen. An anderen Stellen wieder ist der alte Weg, der an manchen Stellen über Steinblöcke durch Wasser führte, durch einen breiten Kiesweg ersetzt. Das ist dem Kommerz geschuldet. Eigentlich müsste man das Unternehmen an dieser Stelle abbrechen, wenn da nicht am Ende auch ein Ziel stünde. Da werden mit Bussen Horden von Menschen aller Nationen in der Gegend aufgesetzt und nach ein par Kilometern wieder aufgesammelt, um sie an der nächsten Ecke wieder frei zu lassen. Bösartige Menschen haben dann für diese Leute aus den Worten Peregrinos und Touristen den Begriff „Tourigrinos“ gebildet, deutlich zu erkennen an reduziertem Gepäck und lautem Schnattern während der Fortbewegung. Irgendwie erinnert mich das an den „Almauftrieb“ aus meinen Kindertagen im Voralpenland. Jedenfalls vermiest es einem so ein bisschen die Stimmung und die Freude, und das bei aller Toleranz.
Die letzten Kilometer vor Melide liegen dann an der Peripherie der Stadt und ziehen sich auch da ohne Schatten in der Mittagssonne. Das vorgebuchte Hostal liegt dann leider auch etwas aus der Stadt, Gott sei Dank aber nicht allzu weit. Die Chefin des Hauses hat einen extrem herben Gesichtsausdruck, ist aber ein sehr freundliches Wesen, das zudem aus seiner Zeit in Bern noch ein paar Brocken Deutsch gerettet hat.
Wir gehen doch noch mal in die Stadt, um eine Kleinigkeit für das Abendessen ein zu kaufen. An der Kirche beobachten wir dann erst mal wie Beerdigungen auf Spanisch  ablaufen. Danach treffen wir im Supermarkt, den Rita auch ganz bewusst sucht die Frau wieder – sie ist wohl die Besitzerin – mit der wir uns 2009 schon über ihre Zeit in Düsseldorf unterhalten haben. Zurück ins Hostal und ich gehe danach noch zum Pilgergottesdienst. Anschließend essen wir noch eine Kleinigkeit auf dem Zimmer. Was war die Stimmung vor 7 Jahren schlecht in Melide! Von hier aus fuhr meine Frau seinerzeit bis nach Santa Irene mit dem Bus, weil sie nicht mehr laufen könnte.
Wir freuen uns, dass es diesmal wesentlich besser geht – bis hierhin zumindest -. Das ist mit Sicherheit auch den diesmal kürzer geplanten Etappen geschuldet.

Tag 17, Mercadoiro – Gonzar, 29.05.2016

Auch heute lädt das Wetter nicht wirklich zum rausgehen ein. Als ich den Rucksack nach vorne bringe, regnet es bereits, wenn auch nicht so stark wie am Vortag. Was soll es also, Poncho über und los geht’s. Es regnet gleichmäßig vor sich hin, wir gehen gleichmäßig vor uns hin. Frühstück gibt es dann in Portomarin auch wenn wir nicht genau wissen wie weit es ist, da wir auch die Strecke von Morgade nach Mercadoiro am Vortag nicht genau einschätzen können. Nach etwa eineinhalb Stunden und einem abenteuerlichen Abstieg erreichen wir den Stausee, dem die Kirche bei seiner Entstehung 1956 weichen musste. Sie wurde Stein für Stein abgetragen und an anderer Stelle wieder errichtet.
Die Kirche war noch nicht auf also erst Frühstück und dann einen Blick in die Kirche.
Der Weg führte dann nach der Überquerung des Flusses gefühlt für die nächsten 2 Stunden bergauf, sehr zu !einem Vergnügen auch einigermaßen steil. Immer wieder wenn ich dachte jetzt sind wir oben kam noch eine Steigung. Ziemlich zermürbend. Und dann auch noch der uns erklärte, wie die Welt funktioniert, warum die Europäer Idioten sind und warum Trump der nächste Präsident sein muss. Der hat mir zu meinem Glück grade noch gefehlt. Irgendwann war er dann mit seiner Tochter schneller und weg.
Irgendwann erreichten wir in Gonzar unsere Bleibe Casa Garcia, Doppelzimmer mit geteiltem Bad. Die !it Benutzer waren noch nicht da also schnell die Chance auf ein unbenutztes Badezimmer genutzt auch wenn unser Rucksack noch nicht da war. Als der allerdings um halb Drei immer noch nicht da ist, zerrt das nicht unerbe lich an meinen Nerven und das Mädel an der Rezeption zeigte sich hier auch nicht besonders hilfsbereit. Irgendwann (wieder das berühmte irgendwann) ist dann auch der Rucksack, da und ich entspanne mich etwas. Der Rest des Tages ist dann auch der Regeneration gewidmet bis wir um Sieben dann zum Essen gehen. Wir ergattern den einzig freien Tisch, was uns eine längere Wartezeit erspart. Das Menü ist gut und für mich auch wieder mal zu üppig. Für einen Zwanni kann man hier auch ein T-Bone Steak kriegen können von einer Größe, dass ich da mehrere Mahlzeiten draus machen würde. Gut gesttigt ab in die Koje, damit es auch gut ansetzt. Obwohl ich eher den Eindruck habe, dass wir nicht zunehmen.

Tag 15, Samos – Sarria, 27.05.2016

17,25 km, 8 Uhr bis 13.15 Uhr

Erste Lektion des Tages Pilger kümmere dich bei Zeiten um deine Vorräte. Wir wussten, dass auf dieser Tour ca. 8 km keine Möglichkeit zur Einkehr kommen würde. Deshalb wollten wir uns morgens im Supermarkt (in diesen Breiten auf dem Land eher kleine Gemischtwarenläden) mit frischem Brot und etwas Käse sowie Getränken eindecken. Es blieb aber bei dem Vorsatz, da zu dieser Zeit noch keiner der beiden Läden offen hatte. So mussten wir uns mit einer halben (kleinen) Flasche Wasser und einem halben Brot und einem kleinen Restchen Käse auf den Weg machen.
Nachdem wir Samos hinter uns gelassen hatten ging es erst mal zwischen Straße und Fluss die Strasse längs, ehe es dann wie angekündigt rechts leicht bergauf auf kleinen Sträßchen ins Gelände ging. Nach einer guten Stunde gab es dann vom unseren Resten erst mal Frühstück an einem sonnigen Plätzchen neben einer alten Kirche mit Friedhof. Hier hat offensichtlich jede Ansammlung von 2 – 3 Häusern einen eigenen Friedhof.
Gestärkt ging es dann Richtung Aguiada, dem ersten Ort mit einer Einkehrmöglichkeit. Jetzt immer eben durch ein Tal im Sonnenschein vorbei an einsamen Gehöften und immer in der Hoffnung, dass irgendwo die erste Bar auftaucht. Ehe diese kam mussten wir allerdings noch einen kleinen Anstieg hinter und bringen, der uns ganz schön ins Schwitzen brachte. Hier in Aguiada treffen auch der nördliche Weg von Triacastela nach Sarria und unsere südliche Route wieder zusammen. An der Bar, wo wir dann noch mal richtig frühstücken wollen, ist zur Zeit kein Platz frei, weder auf der Terrasse noch in der Bar selbst, nur neben dem Eingang steht ein leerer Stuhl. Rita sichert sich den Stuhl während ich bestelle, zur Abwechslung mal ein Bocadillos de Tortilla. Mit zwei Kaffee, zwei Cola und dem Boca komme ich zurück zu meiner Frau, die inzwischen einen zweiten Stuhl organisiert hat. Wir beobachten all das Volk von Pilgern, das vorbei läuft und genießen Essen und Trinken.
Danach geht es bei herrlichsten Sonnenschein weiter Richtung Sarria. Was für ein Kontrast zu 2009, als es auf der Tour nach Sarria den ganzen Tag kräftig geregnet. Trotzdem ziehen sich die letzten Kilometer in die Stadt träge hin, auch weil man die Stadt schon eine Weile sehen kann und doch nicht wirklich näher kommt. Die Herberge „Pension Los Blasones“ liegt auch etwas abseits und sieht von aussen so aus, dass Rita sagt, sir sollten uns erst das Zimmer ansehen. Ist aber doch deutlich besser als von aussen anzunehmen.
Nach kurzer Erholungsphase geht es in die Stadt eine Kleinigkeit essen. Als wir uns einen Stempel in der Kirche holen, werden wir sehr persönlich und freundlich zur Pilgermesse eingeladen; das konnten wir nicht ausschlagen. Dann Einkaufen für das Abendessen auf dem Zimmer. Die Wartezeit bis zur Messe überbrücken wir im angrenzenden Park. Die Messe war sehr ansprechend auch wen der Kirche Diener ein ganz seltsamer Typ war.

Tag 14, Triacastela – Samos, 26.05.2016

10,4 km, 09.00 Uhr bis 12.40 Uhr

Erst den Rucksack für Caminocomodo abgeliefert, danach zum Frühstück in der Casa und diesmal gab es auch Schinken und Käse. Das haben wir dann auch genossen. Um neun ging es dann los Richtung Samos. Zuerst der Straße entlang auf einem Trampelpfad ausserhalb der Leitplanke und immer den rauschenden Fluss neben uns. Nach ein paar Kilometern ging es aber von der Straße weg durch ein idyllisches Tal mit einsamen und teilweise auch aufgegebenen Gehöften. Eine wunderschöne Wanderung bei herrlichem Wetter einige Male jedoch kurze Stücke steil bergauf und wieder bergab. Den Weg hatten wir auch ziemlich für uns da wir ja etwas spät los gelaufen sind. Während einer kurzen Rast unterhielten wir uns mit einem Niederländer aus Eindhoven.
Nach einer insgesamt relativ kurzen Strecke sahen wir dann das Kloster Samos unter uns liegen. Ein mächtiges Bauwerk, das in seinen Hochzeiten bis zu 1000 Mönche beherbergte. Heute sind es noch genau acht und das Bauwerk wird überwiegend vom Staat in Schuss gehalten.
Halb acht war Pilgermesse in der allerdings das katholische Hochfest Fronleichnam keine Rolle spielte. So unterschiedlich sind doch die katholischen Auffassungen in verschiedenen Ländern.
Danach Abendessen auf der Terrasse des Hotels. Hier haben wir uns mit 2 Deutschen unterhalten, die von Marseille auf dem Fahrrad Richtung Santiago unterwegs waren mit durchschnittlichen Tagesetappen von ca. 130 Kilometern. Der eine kam aus Hagen und der andere aus einem Dorf nahe Karlsruhe und ich weiß nicht wie wir drauf kamen, aber er kannte auf jeden Fall noch Euro-Eddie. Für alle die jetzt nicht wissen worum es geht. Der KSC hat sich mal Dank der Tore von Edgar (Eddie) Schmidt bis ins Halbfinale der Euro League (damals noch UEFA-Cup) durchgeschlagen. Dann allerdings kam Austria Salzburg und die Endstation.
Jedenfalls haben wir uns gut mit den beiden und dem Chef der Lokalpresse unterhalten bis eine Bekannte vom Nachmittag, die kräftige Radfahrerin, kam und sich dann intensiv um die Gesprächsführung kümmerte. Wir waren aber auch fertig mit unserem Essen.