Tag 14, Caldas de Reis, 17.05.17, Ruhetag

Auch mal schön morgens aus zu schlafen und danach ein ausgiebiges Frühstück zu genießen. Nach einem kurzen Gespräch über die weiteren Pläne und dem Austausch von Tips für Santiago und Fisterra mit Anja aus Lübeck machte diese sich auf den Weg.
Wir machten einen kurzen Stadtbummel, an der Kirche vorbei, wo wir uns einen Stempel für den Credencial holen wollten; ich hatte meinen allerdings nicht dabei. Sollte auf dem Jakobsweg eigentlich nicht passieren.
Augenscheinlich sollte hier eine Taufe stattfinden; der Täufling -nicht mehr ganz klein- war aber etwas unwillig und schrie einfach nur.
Nach einem kurzen Spaziergang den Fluss entlang und auch an dem Thermalbrunnen vorbei ging es wieder zurück ins Hotel.
Ich machte mich mit meinem Credencial noch mal auf den Weg zur Kirche um den Stempel doch vormittags zu holen. Hier schrie der Täufling immer noch, diesmal allerdings bei der unbedingt notwendigen Fotosession.
Danach Abhängen im Bungalow, bzw. danach auch am Pool.

Abends 20 Uhr Gottesdienst. Die Dame, die uns morgens so freundlich den Stempel angeboten hatte, zeigte deutlich, dass der Pfarrer hier erst an zweiter Stelle kommt, nämlich nach ihr. Der Gottesdienst war ganz gut, auch mit Fürbitte für die Pilger, darüber hinaus ziemlich unspanisch, weil der Geistliche sehr langsam sprach.

Danach gab’s noch Pilgermenü und dann ab ins Bett.

Tag 13, Pontevedra – Caldas de Reis, 16.05.17, 21,5 km

Nach einer ruhigen Nacht in dem großzügigen Appartement ging es quer durch die Stadt in Richtung der Brücke auf der der Jakobsweg verläuft. Wir kommen an einer Bar vorbei die schon auf hat, entschließen uns aber bis zur ersten Bar unterwegs zu laufen und dort zu frühstücken, Wir hätten mal besser im Vorfeld im Führer über die Etappe gelesen. Dort wurde die erste Bar nach gut 10 km avisiert und das entsprach dann auch unglücklicherweise auch der Realität. Also nach ca. 5 km eine kurze Pause bei Wasser und Brot (ein Stück trockenes Brot, das wir seit einigen Tagen  mit uns rum schleppten – zum Glück) und dann ging es weiter. Ein schöner sonniger Tag. Es geht auch immer ein bisschen bergauf, manchmal auch etwas mehr als ein bisschen, sehr zu meiner Freude aber zum Glück auch immer nur ein kurzes Stück.
Endlich kamen wir an der Bar an und konnten auch einen aschönen Platz unter Weinranken mit ein wenig Schatten ergattern.
2 Cafe con Leche, 2 mal frisch gepressten O-Saft und 2 Bocadillos, so gestaltet sich ein Tag wunderbar. Das konnten auch ein paar Regentropfen nicht stören.
Von hier an ging es dann überwiegend bergab nach Briallos. Kurz davor machten wir bei „Vinos y Tapas“ noch mal Pause beschränkten aber auf Cola, im Gegensatz zu einem deutschen Pilger aus der Gegend von Wiesbaden, der sich hier mit einer Ración Serrano, Chorizo und Käse und einer Copa Vino Tinto (und der Rotwein wurde hier tatsächlich in Schalen ausgeschenkt) für den zurückgelegten Weg entschädigte.
Rita entschied sich, obwohl sie morgens erst doch Schmerzen hatte, weiter bis Caldas de Reis (5km) zu laufen. Mir war das schon recht. Der restliche Weg verlief zum Glück phasenweise im Wald, denn inzwischen war die Sonne ganz raus und es ging auch nicht der kleinste Windhauch.
So wurden diese letzten Kilometer doch noch ziemlich anstrengend, weil heiß und drückend.
Im Hotel Baleario Acuna wurde uns unser Bungalow zugewiesen und der Besuch des Pools mit Thermalwasser entschädigte voll und ganz für die vorherigen Strapazen. Die Wassertemperatur von 31° kam mir beim reingehen doch sehr entgegen.
Im Pool waren auch 2 Pilger, die uns im Lauf des Morgens überholt hatten. Ich hatte sie aufgrund ihrer Unterhaltung „wir gehen im Gänsemarsch wie beim Bundesheer“ regional schon richtig einsortiert. Sie waren am Traunsee zu Hause.
Abendessen gab es dann auf der anderen Strassenseite mit Marinus und Rietje, den Holländern aus Ottenstein. Das Essen war lecker, der Tinto auch nicht zu verachten und so war es doch halb elf als wir Abschied nahmen; wir würden die beiden aufgrund unseres Ruhetages (wir waren insgesamt zu schnell) nicht mehr treffen, jedenfalls nicht auf dem Camino.

Tag 12, Redondela – Pontevedra, 15.05.17, 21,5 km

Nach einer doch überraschend guten Nachtruhe trotz des etwas desolaten Quartiers ging es dann ohne Frühstück los, nachdem wir den Rucksack in der Bar abgegeben hatten und man mir den Tuitrans-Umschlag abgenommen hatte. Das hatte seinen Grund darin, dass wohl schon mehrfach Tüten mit dem Geld (5,–€) für den Transport abhanden gekommen waren. Es dauerte allerdings eine Weile bis ich aus dem spanischen Wortschwall erraten konnte worum es ging.
Dann als raus aus der Bar, über die viel befahrene Straße und schon ging es erheblich steil bergauf. Ich hatte das ja schon gelesen, trotzdem war es durchaus eine Herausforderung.

Tag 8, Vitorino de Piaes – Ponte do Lima, 14,5 km

Ich hatte ausgeschlafen, es war aber noch nicht Zeit fürs Frühstück, das von Donha Fernanda für 8 Uhr vorgesehen war. Also noch mal umgedreht und dem auf das Vordach tromelnden Regen gelauscht. Die Freude war gross noch nicht unterwergs sein zu müssen, aber die Hoffnung auch klein, dass es bald mal besser werden würde. Da sich die ersten Pilgerfreunde bereits vor unserem Fenster tummelten standen wir dann doch auf. Beim Frühstück fanden wir dann Jocinto in die Rolle der Küchenchefin geschlüpft, Kaffee, Rührei und andere Leckereien für uns zubereiten. Die Chefin war offensichtlich noch nicht auf. Sie kam aber dann doch noch vor dem letzten Pilger, von dem einige schon annahmen, dass er wohl noch längewr in der Koje liegen würde, wenn ihn keiner weckt. Auch er kam dann irgendwann, deutlich vom Vorabend gezeichnet und erst mal nach Wasser verlangend.

Nach ausgiebigem Frühstück, wurden die Credenciales gestempelt, unsere Spenden abgeliefert und Abschied genommen. Im Poncho ging es dann los, dauernder Regen machte das Wandern nicht schöner aber dafür schneller, weil man dann ohne rechts und links zu Schauen einfach vor sich hin läuft. Die Wege waren zum Teil sehr schön, aber halt bei diesem Wetter nicht wirklich zu genießen.

Unterwegs trafen wir einige Pilger wieder, die wir schon kannten, u.a. die etwas unrund laufende Pilgerin, die gestern mit ihren beiden Freundinnen noch in der Casa Malinhas untergekommen war; und dort soll es auch sehr schön gewesen sein. Wenn die mal nicht immer so laut wäre, könnte man sie auch besser aushalten. Wir sassen in der Bar zum Pausenkaffee, da überholte uns Maria aus Köln, die uns schon morgens beim Start mit „Bis später“ verabschiedete. Wohlgemerkt wir waren eher losgelaufen.

Danach ging es mal rauf, mal runter an Strassen entlang oder durch Wälder in Richtung Ponte do Lima, wo uns ein reserviertes Hotelzimmer erwartete.
Eine deutsche Pilgerin wusste trotz reicher Ausstattung mit Pilgerliteratur nicht wo sie war. Der am Wegrand stehender Bildstock

war dann allerdings auch in ihrem Buch abgebildet.
Das Wetter wusste auch nicht so recht wohin. Immer wenn wir den Poncho abgestreift hatten, kam der nächste Schauer, zogen wir ihn über, kam die Sonne raus; dann war es unter dem Poncho nicht aus zu halten. Zum Glück war die Etappe heute mit 15 km nicht allzu lange und viel mehr musste es auch nicht sein. Kurz nach 13 Uhr waren wir dann eingecheckt und im Zimmer.
Nach Duschen und der kleinen Wäsche (Hemd etc.) im Waschbecken des Zimmers und einer kurzen Siesta gingen wir erst mal eine Kleinigkeit essen und trinken in das zum Hotel gehörige Restaurant.